Piercing: Folgeschäden bis hin zu lebensgefährlichen Komplikationen
- Der medizinischen Sicherheit zuliebe sollte Piercing zukünftig in der ärztlichen Praxis vorgenommen werden -

Piercing erfreut sich gerade bei jüngeren Menschen größter Beliebtheit. Leider bleiben oftmals unerfreuliche Folgen nicht aus. In einem Zeitschriftenreferat wurde nun dargelegt, dass besonders häufig Infektionen und Schwellungen auftreten (Mund Kiefer Gesichts-Chir 4, 21 (2000)).

H. Krause, A. Bremerich, M. Sztraka werteten für das Referat "Komplikationen nach Piercing im Mund und Gesicht" im Rahmen einer freiwilligen Fragebogenaktion im Sprechzimmer 273 Fälle mit insgesamt 699 Piercings aus. Überwiegend nahmen junge Frauen an dieser Aktion teil. Sie hatten den Schmuck, der angeblich meist aus "chirurgischem Stahl" gefertigt war, fast alle nicht vom Arzt einsetzen lassen.

Über Komplikationen klagten 77 Patienten, davon behielten 42 Personen bleibende Schäden. Bei den meisten von ihnen entwickelten sich Infektionen und Schwellungen. Eine Person steckte sich mit Hepatitis B an, 2 weitere bildeten eine allergische Reaktion aus, die sie auf das Piercing zurückführten und 2 weitere schrieben ihm Schäden an den unteren Zähnen zu. In 9 Fällen war eine stationäre Behandlung notwendig. In der Literatur stießen die Autoren sogar auf Beschreibungen lebensbedrohlicher Folgen, wie eine schwellungsbedingte Verlegung der Atemwege mit erforderlicher Tracheotomie und einer massiven Endokarditis.

Auf Grund der zahlreichen Komplikationen, die das Gesundheitswesen belasten, schlagen die Autoren vor, das Piercing zukünftig stärker in die Praxis zu verlagern.

(Quelle: Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift DZZ 9/2000, S. 590)

Am 06-10-2000 las ich folgendes in der Presse:

Tod durch Piercings

Eine 39 Jahre alte Frau in der walisischen Kleinstadt Llanelli verstarb an einer Blutvergiftung, die nach Angaben eines Gerichtsmediziners auf mangelhafte Hygiene ihrer 118 (!) Piercings zurückzuführen ist. 

Quelle: "Frankfurter Rundschau" vom 30.09.00

26.09.2000